Mir träumte...

Ich saß in einem Raum. Es war dort ein wenig wie im Krankenhaus; weiße Wände, helles Licht; ein Wartenzimmer. Neben mir stand ein Telefon, es begann zu klingeln. Ich nahm den Hörer ab. In meinem Kopf schwirrten alle möglichen Gedanken von „Was mache ich grad?“ bis „Aha“. Meine Mutter begann am Telefon zu sprechen:

„Hallo! Dein Vater ist tot!“

Ich war überrascht, mein Kopf leer und nach einer Minute begann ich zu realisieren, was der Satz „Dein Vater ist gestorben“ bedeutete

                                                              …Er fehlte mir.

7.8.07 12:28


Mir träumte...

Ich war mit meiner Familie in den Urlaub gefahren. In den Süden…irgendwo, wo es warm war und Hauser im mediterranen Stil standen. Die Sonne schien den ganzen Tag und es gab nur wenig grüne Pflanzen, da die Erde sehr trocken war. Wir saßen alle zusammen am Frühstückstisch und unterhielten uns über das, was grad so in der Welt los war. Um den runden Tisch versammelt saßen wir; meine Mutter, mein Stiefvater, mein Mathelehrer Herr Kriese, die Schulsekretärin Frau Böhme, meine alte Französischlehrerin Frau Bernhagen, noch irgendein Lehrer, den ich nicht besonders gut kannte, Herr Kelenberger und noch ein paar andere, die ich nicht kannte, zusammen mit ihren Kindern. Die Atmosphäre war ziemlich angespannt, da rund um den Tisch, in der Scheune und im Haus Truppen der amerikanischen Armee zu unserer Sicherheit stationiert waren.

Plötzlich krachte es auf dem Nachbargrundstück und die Soldaten kamen zu uns rüber gerannt, um uns in Sicherheit zu bringen. Jeder in ein anderes Zimmer, damit das Risiko, dass alle starben verringert wurde, und jeder von zwei Soldaten bewacht. Mich brachten sie in ein schäbiges Zimmer im zweiten Stock. Von dort aus konnte man den Hof, wo ich mit den anderen kurz zuvor noch gewesen war, die kleine Scheune und das Dach des Anbaus sehen. Ich versteckte mich hinter der Mauer neben dem Fenster, während die feindlichen Truppen einen neuen Angriff auf unser Haus starteten. In das Zimmer wo der Soldat, der auf mich aufpasste und ich standen, kamen laufend andere hektische Soldaten gerannt, um den Soldaten, der bei mir im Zimmer war, neue Informationen mit zu teilen. Jedes Mal, wenn ihm irgendwer was zuflüsterte, guckte er entsetzt. Mein Herz raste und ich bekam aus den Gesprächen mit, dass mein Mathelehrer erschossen wurde. Das schockierte mich, da er einer meiner Lieblingslehrer gewesen war und ich setzte mich auf den Boden. Ich fragte mich, was mit den anderen geschehen war, ob sie noch am leben waren. Mir wurde leicht schwindelig. Der Soldat kam zu mir rüber und erzählte mir hektisch irgendwas. Ich verstand nicht, was er mir sagte, aber irgendwie bekam ich mit, dass eine Verschwörung stattfand. Als ich das begriffen hatte, sah ich ihn entsetzt an und er lächelte mich mit einem breiten, schadenfrohen grinsen an und meinte, dass ich jetzt gefangen war.

Ich begann zu kombinieren: Der deutsche Staat hatte sich gegen das Volk verschworen. Die Lehrer und andere Beamte hatten das mitbekommen und versuchten nun in geheimen Organisationen dagegen vorzugehen. Mein Mathelehrer war einer von ihnen und war dabei eine geheime Mission auszuführen, weswegen er auch sterben musste.

Als mir das klar wurde, stand ich entschlossen auf; ich musste etwas tun. Sofort. Ich rannte aus dem Raum, der Soldat schrie mir nach, dass ich bleiben sollte, aber ich hörte nicht. Ich rannte die schäbige Treppe hinunter, auf den Hof, in die Scheune. Die Scheune war voller Soldaten, die dort zum Einen ihr Lager aufgeschlagen hatten und zum Anderen ihre Munition wieder aufluden.

Ich rannte weiter, aus dem Hof raus, auf die Straße. Es war eine alte Dorfstraße. Sie war nicht mal asphaltiert. Ich rannte weiter, meine Schritte wirbelten Staub auf. Entkommen, war mein einziger Gedanke, als ich an den vielen alten Häusern, die Straße runter rannte.

Keiner der Dorfbewohner hatte etwas mitbekommen; Kinder spielten im Garten, Frauen zupften Unkraut im Vorgarten, als ich hektisch die Straße entlang rannte. Sie sahen mir erstaunt nach und hatten nicht den geringsten Schimmer, dass sie in Gefahr schwebten.

7.8.07 12:26


Mir träumte...

Es war morgens. Ich lag im Bett und wollte aufstehen. Ich hatte immer noch meine Jeans an. Ich guckte runter zum Hosenbund, weil er sich gespannt und eng anfühlte. Als ich mir den Bund näher beguckte, sprang der Knopf ab und mein Bauch quoll heraus. Ich fühlte mich entsetzlich fett und in meinem Kopf drehten sich immer wieder dieselben Gedanken, die auch in einem Lied geschrieen wurden:

„DU BIST ZU FETT! DU BIST ZU FETT! DU BIST ZU FETT!“

Geschockt nahm ich mir vor nie wieder süßes zu essen.

26.6.07 18:28


Mir träumte...

Ich stand auf den Flur im 2. Stockwerk in der Schule. Vor mir stand meine Freundin Joe. Ich war total froh und glücklich, weil ich es zuhause geschafft hatte einen Gitarrenriff zu schreiben und zwar am Anfang, jedoch kurz vor der Fertigstellung eines Liedes, dass ich für meine eine Freundin Möhre schreiben sollte, stand. Weil ich Joe nichts vorenthalten wollte und weil es mich so freute und ich dachte, dass es Joe interessieren würde, da ich normaler Weise mit ihr das Hobby Musik teilte, erzählte ich ihr ganz aufgeregt, dass ich einen Riff geschrieben hatte und kurz, zwar am Anfang, aber vor der Fertigstellung, eines Songs stand. Sie rollte genervt mit den Augen, zeigte mit dem Finger auf mich und fing an mich laut auszulachen. In dem Moment kam ich mir klein und verloren vor und ich fragte mich verzweifelt, was sich zwischen uns geändert hatte.

26.6.07 18:26


Mir träumte...

Ich wollte pünktlich zur Schule kommen. Da hatte ich die Idee, einfach eine Stunde früher zu gehen. Kurz nachdem ich aufgestanden war, war ich auch schon in der Schule. Alles dort war irgendwie anders. So war zum Beispiel der Schulhof viel größer und es gab einen Anbau, der zum Aufenthalt für die Schüler gedacht war. Da ich nun noch eine ganze Stunde Zeit hatte oder zu mindest noch eine halbe, beschloss ich in diese Aufenthalträume zu gehen und mich dort umzuschauen. Auf dem Weg dorthin lief ich meiner Freundin Möhre über den Weg. Wie wir so sind, fingen wir sofort an, uns über alles Mögliche zu unterhalten. Unter anderem erzählte sie mir von ihrer Theateraufführung, welche sie am Tag danach haben würde. Ich war leicht betrübt, als ich ihr sagte, dass ich nicht kommen würde, da ich keine Zeit hatte. Auch, als ich ihr das gerade sagte, hatte ich plötzlich keine Zeit mehr und es eilig zu diesen Aufenthaltsräumen zu gelangen. Wir standen kurz vor der Tür. Ich hatte es so eilig, weil mir eingefallen war, dass ich in einer Pause Zeit sparen könnte, indem ich mich jetzt schon für Sport umzog, dann müsste ich das nicht später machen. Also ging ich schnell mit Möhre zusammen in dieses Aufenthaltgebäude. Der Anbau bestand aus nur einem Raum und war ziemlich karg eingerichtet, denn es stand nur ein Tisch in dem großen Raum, direkt neben der Tür. Dort stellte ich meine Tasche schnell ab und holte mein Sportzeug raus und zog es mit einigen Verhedderungen an. Ich stellte fest, als ich es fast anhatte, dass die nächste Stunde gleich anfing. Doch dann fiel mir auf, dass wir nächste Stunde Französisch hatten und in Sport eh nur den Dance contest vorbereiten würden. Wozu mich umziehen? Das traf mich echt wie ein Schlag! Ich zog mich also schnell wieder um und versuchte gleichzeitig noch pünktlich in den Französischraum zu gelangen. kurze Zeit später hatte ich meine normalen Alltagsklamotten wieder an und rannte durch die Treppe hoch zum Raum. Noch pünktlich kam ich in den Korridor des 2. Stocks gerannt, wo mein Französischraum stand. Die ganze Klasse stand noch auf dem Flur und mein Französischlehrer hatte gerade die Tür geöffnet. Als ich diese gerade erreichte, sah er mich enttäuscht an und meinte nur „Zu spät!“, als er gerade dabei war, die Tür zuzuziehen.

26.6.07 18:26


Mir träumte...

Ich war traurig. Ich fühlte mich schwer und zutiefst unglücklich. Ich wusste, dass ich für eine Weile nicht mehr lächeln könnte. So traurig saß ich auf einer Bank auf dem Schulhof. Es war duster und über mir zogen sich die Wolken zusammen. Es war Winter, überall auf dem Hof lag Schnee, obwohl alle noch Sommersachen trugen. Ich saß auf der Bank und spielte mit meinen Fingern an dem Riemen der Tasche, die ich bei mir hatte. Um mich herum spielten die anderen jüngeren Schüler und Schülerinnen. Plötzlich hallte eine Durchsage über den Hof, just in dem Moment, wo zwei Jungen (vielleicht so siebte Klasse) aus dem einen Eingang gestürmt kamen. „Achtung! Achtung! Prägt euch das Gesicht des einen Jungen sehr gut ein, denn er wird gleich sterben!“ Ich wusste genau, dass der andere ihn beim Prügeln töten würde und dass dann viele kommen würden um ihn anzusehen. ich sah zu ihnen hin, stand aber gleich auf. Dabei dachte ich, ich habe heute keine Lust eine Leiche zu sehen… und ging durch den Kunsteingang in das Schulgebäude. Über das Foyer lief ich zu dem Teil der Schule, wo die Vertretungspläne aushängen. Dort hatten sie merkwürdiger Weise einen Tresen aufgebaut und an dem Tresen stand mein Französischlehrer, mit dem ich nach der Pause gleich unterricht haben würde. Da ich nicht wusste, wo wir haben würden, fragte ich den Lehrer, doch er schien mich nicht zu bemerken. Ich versuche es weiter, doch er ignorierte mich. Machte nicht mal den Anschein, als würde er mich überhaupt gesehen haben, obwohl ich direkt vor ihm stand. O.K., dachte ich mir, dann gucke ich halt an den Stundenplan. Ich guckte nach, doch, wie ich schon vermutet hatte, standen dort nur die üblichen Lehrerkürzel hinter dem Fach und im Gegensatz zu anderen Stunden hatte Französisch bei uns die üblichen zwei Kürzel dahinter: Sno Kla

14.6.07 16:53


Mir träumte...

Es war Abend, spät abends. Mein gesamtes Zimmer erschien in einem bläulichen Licht und eine unheimliche Stimmung lag in der Luft. Allerdings überspielte ich das und sah ich darüber hinweg wie immer. Dann hatte ich richtig Lust bekommen was in meinem Zimmer zu verändern und stellte mein Schreibtisch um, wobei dass nicht wirklich so klappte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber nach ein paar Minuten stand alles wieder so einigermaßen. Da es schon ziemlich spät war und ich morgen Schule hatte, ging ich ins Bett, schaute aber noch mit einem kleinen Minifernseher einen Film. Es war glaube ich ein Horrorfilm und ich fing an ihn zu sehen, als gerade die dortige Situation noch mal zusammengefasst wurde;

Es ging darum, dass ein Verrückter das Vorhaben hatte, Mutanten zu erschaffen. Für die Mutanten brauchte er zunächst jedoch Opfer, die er dann je nach gewünschtem Ergebnis verstümmeln wollte.

Dieser Irre lief in einem ungepflegten Garten mit dem Rücken zu einem ziemlich heruntergekommenen, ursprünglich weißen Haus auf und ab. Die Wiese war braun und ungemäht, der Zaun, der den Garten von den anderen Grundstücken abgrenzte, bestand aus losen und wackligen Brettern, auf welchen die Farbe schon abblätterte. Es herrschte eine unangenehme, bedrückende Stimmung. Der verrückte Professor erklärte mir die ganze Zeit irgendwas, währenddessen er auf und ab lief. Er sagte etwas, dass mit verschwundenen Frauen und Mädchen zu tun hatte und dass zwischen ihnen eine Verbindung existierte, die die dortige Polizei jedoch nie erkannt hatte. Die Verbindung bestand darin, dass alle Opfer eines Missbrauchs oder von schlimmeren waren, jedoch hatte keines der Opfer den Täter vorher gekannt. Der Irre erzählte mir das alles mit einem kaum überhörbarem Stolz in der Stimme und seine Handbewegungen waren die, eines Politikers oder von einem, der die Weltherrschaft an sich reißen wollte. Ich fühlte mich unwohl in seiner Gegenwart. Aber zum Glück stand ein niedriger, brauner, veralteter Zaun zwischen uns. Als der Irre seine Ausführungen geendet hatte, kam ein kleiner, hässlicher, buckliger Mann, Decapte, aus dem heruntergekommenen Haus und erzählte dem Professor irgendwas von anscheinend großer Wichtigkeit. Der Irre nickte nur und bat mich näher zu kommen um mir die Frauen und Mädchen anzugucken, von denen er vorher gesprochen hatte. Also näherte ich mich vorsichtig und Schritt für Schritt. Um jedoch noch einmal sicher zu gehen, dass der Irre mich nicht reinlegte und in einen Hinterhalt lockte, sah ich noch schnell vorher durch ein Loch in dem niedrigen Bretterzaun, der sich zwischen uns befand. Hinter dem standen die Frauen und Mädchen von denen der Professor gesprochen hatte. Das versetzte mir einen tierischen Schock und ich sprang einen Satz zurück. Doch der Irre bestand weiterhin darauf, dass ich mich näherte. Ich gab seinem Willen nach, da ich mich nicht mehr in der Lage sah, dass ich noch zu irgendeiner Entscheidung in der Lage war. Mein Herz raste und ich fühlte mich, als ob ich das, was die Frauen und Mädchen erlebt hatten, selbst durchgemacht hätte, als ob ich verstand, wie sie sich fühlte. Das machte mir große Angst, aber dennoch ging ich um den Bretterzaun herum und die Anhöhe hinauf und stand schließlich neben dem Professor, der mir sofort stolz erklärte, dass er den Zusammenhang zwischen den Opfern herausgefunden hatte und sie alle gekennzeichnet hatte. Ich war zu triefst geschockt und sah mir die Frauen und Mädchen genauer an:

Sie alle waren dreckig und hatten fettiges, zerzaustes, ungewaschenes Haar. Die Kleidung, die sie trugen war zerschlissen und einst weiß, jetzt jedoch dreckig und hing an den Körpern herunter, als wäre die Kleidung zu nichts gut. Die Gesichter waren dreckig und ungepflegt. Der Blick war leer und man konnte in ihren Augen sehen, was für ein Leid sie durchlebt hatten. Ihre Körper waren aber zu meiner Überraschung nicht abgemagert, sondern wohl genährt und manche waren sogar eher mollig und andere dünn, aber keines der Mädchen und keine der Frauen war abgemagert oder auch nur ein bisschen zu dünn. Ich hatte die Frauen und Mädchen gesehen und der Schreck saß mir tief in den Knochen, aber trotzdem wurde ich nun nervös und fragte mich, wie der Irre diese gequälten Wesen gekennzeichnet hatte. Plötzlich, wie ein Schlag, fiel es mir auf: Jeder Frau und jedem Mädchen fehlte etwas und was ihnen fehlte waren nicht etwa Kleidungsstücke oder Besitz, nein, es waren Körperteile. Der Verrückte hatte jedem dieser Wesen ein Körperteil abgeschnitten. Einer molligen Frau fehlte ein Arm und man konnte deutlich die Narbe sehen, die diese Amputation hinterlassen hatte. Einem Mädchen fehlte der Fuß und einer anderen Frau die Hand. Das versetzte mich fast schon in Panik. Ich fragte den Irren, ob er den Frauen und Mädchen die Körperteile abgenommen hatte und er antwortete mir mit ja und dann erzählte er mir noch begeistert, dass er noch viel Größeres vorhatte. Ich schaute ihn schockiert an. Er erzählte mir ohne auch nur auf eine Frage zu warten, dass er nur mehr Opfer brauchte und dass er schon wüsste, wie er diese bekommen würde. Er sagte, dass er den spielsüchtigen Schutzengel Geld leihen und als Art Bezahlung die Schützlinge der Engel verlangen würde, und er erzählte, dass das schon begonnen hatte und niemand der höheren Wesen den Betrug des verrückten Professors bemerken würde. Er sagte, dass er die Engel solange ablenken würde, wie er an ihren Schützlingen zugange war, und dass am Ende doch eigentlich allen etwas Gutes damit getan hatte; den Engeln wurden ihre geheimsten Wünsche erfüllt, der Professor würde seinen Traum verwirklichen können und die Schützlinge würden zu höheren Wesen auserkoren werden und als Mutanten einen Sinn erfüllen.

Während seiner Erzählungen wurde mir schwarz vor Augen und ich verlor mich. Es drehte sich alles um mich, mein Herz raste und ich konnte die einzelnen Bilder vor meinem geistigen Auge sehen: Ein Engel in einer Badewanne gefüllt mit Wein und umgeben von lauter Schönheiten. Ein anderer Engel saß mit Karten in der Hand missgelaunt an einem Spieltisch. Die Pläne auf dem Schreibtisch des Professors mit haarsträubenden Skizzen von widerlichen Kreaturen aller Art. Ein riesiger Mutant in einem viel zu kleinem Zimmer.

Plötzlich war ich in einem Restaurant zusammen mit dem irren Professor auf den Weg zu einem der Hinterräume. Während wir den schäbigen Flur entlang gingen, erzählte er mir, dass er mir gleich zeigen würde, was er vorhatte. Mein Herz pochte mir bis zum Hals. Den Gang, den wir entlang gingen, war schäbig und in den Ecken lag Dreck. Die Tapeten waren vergilbt und Teppich oder auch nur Packet lag nicht mal mehr, wahrscheinlich zersetzt von der Zeit. Ich hatte Angst vor dem, was ich gleich sehen würde. Wir bogen um eine Ecke und kamen zu zwei Zimmern, rechts von mir war ein Raum, der wahrscheinlich für den Bürokram herhalten musste und links von mir war ein Gästebad. Das Bad betraten wir und kaum hatte ich einen Fuß in das Badezimmer gesetzt, bewahrheiteten sich meine Vorahnungen und meine Angst; Das Badezimmer war wie der Rest des Restaurants alt und schäbig. Alles hier hatte einen leichten Gelbstich und die Atmosphäre hier war von purer Angst und von purem Schmerz getränkt. In der Badewanne vor der Tür lag eine Frau. Sie war vielleicht so Anfang 20 und sicher vorher bildhübsch gewesen. Mir gefror das Blut in den Adern, als ich genauer hin sah. Die Frau lag stocksteif in der Badewanne und sie lag in einer Blutlache. Vor der Badewanne war eine weitere Lache dieser dunkelroten Flüssigkeit. Die Farbe schien einem fast ins Auge zu stechen. Ich hatte schrecklich Angst. Geschockt sah ich der jungen Frau ins Gesicht. Ihr Kopf war bandagiert mit einem dreckigen, veralteten Verband. Nur die Augen waren nicht eingewickelt; ihr linkes Auge war entsetzlich weit aufgerissen und starrte mich auf eine schreckliche Art und Weise ängstlich an. Ihre Hand krallte sich an den Badewannenrand. Sie lag starr da. Ich hatte das Gefühl, dass ihr ein Monster eingesetzt wurde, dass sie nun auszutragen hatte. Der Professor redete die ganze zeit. Ich sah der Frau noch einmal ins Gesicht, ich konnte nicht glauben, was der Irre getan hatte. Und erneut durchfuhr mich ein eisiger Schock: Auf der rechten Seite ihres Gesichtes, wurde ich von zwei untereinander liegenden Augen auf dieselbe weise angestarrt wie es das linke tat. Ich konnte die Schmerzen und Qualen, die die Frau durchlitten hatte spüren. Ich wusste, dass der Irre ihr das alles ohne Narkose eingesetzt hatte, und ich wusste, dass ich das nicht verhindert hatte. Ich fühlte mich schuldig und hatte Angst vor dem, was ich noch sehen würde. Die Bilder würde ich nie wieder vergessen können.

Für einen kurzen Moment riss ich mich zusammen, unterbrach den Professor in seinen Ausführungen über sein Vorhaben und fragte ihn, was das alles zu bedeuten hatte und ob er wusste, was das für Konsequenzen für ALLE hatte. Er antwortete mir, dass das, was ich sah, noch nicht das Beste wäre und dass ich die Sache völlig falsch sah und das würde er mir gleich beweisen.

Wir gingen mit seinen Assistentinnen in den Backstagebereich einer Modelshow. Ich fühlte mich auf dem ganzen Weg dahin schrecklich schuldig, weil ich nicht helfen konnte und nicht da gewesen bin. Zudem musste ich dauernd an diese Frau denken und an ihr Schicksal. Ich hatte schreckliche Angst vor dem was kommen würde. Die zwei Assistentinnen, die mit dem Irren und mir mitkamen, gingen links und rechts neben mir her. Sie beide sahen absolut identisch aus; sie waren groß und dürr, sie trugen beide ein weißes langes, schulterfreies Oberteil und einen fransigen Jeansminirock, der bei der einen am Rand mit Blut beschmiert war. Es war das Blut der jungen Frau aus dem Gästebad. Die Assistentinnen hatten langes, hellblondes, glattes Haar, das ihn bis zu den Hüften ging. Ihre Augen waren groß, wie bei Puppen, und von hellblauer klarer Farbe. Doch immer wenn sie einen ansahen, hatte man das Gefühl, dass die Augen leer waren.

Wir gingen durch den Backstagebereich auf eine junge Frau, auch so Anfang 20, zu. Sie saß vor einem Schminktisch, mit dem Rücken zu uns und bürstete gerade ihr braun-blondes Haar. Sie musste sich beeilen, weil sie gleich auf den Laufsteg musste. Ich wollte sie vor der Gefahr warnen, sie beschützen, aber ich konnte nicht. Ich war völlig hilflos. Der Irre tippte ihr auf die Schulter und die Frau fuhr erschrocken zusammen. Dann drehte sie sich verwundert um und fragte, wer wir seien, was wir wollten und ob wir von der Presse waren. Eine der Assistentinnen log sie an und meinte, dass wir von einer Zeitschrift sind und dass wir ein Interview mit ihr machen wollten. Sie wirkte leicht erleichtert und sagte, dass sie nur wenig Zeit für uns hätte, da sie gleich raus auf den Laufsteg musste. Die Assistentin antwortete daraufhin, dass es nicht lange dauern würde, und fragte sie nach ihrem Namen. Leicht überrascht antwortete sie, dass sie ‚Umdrehen’ hieß. Ich sah den verrückten Professor erstaunt an und sah, dass er selbstzufrieden lächelte. Kaum hatte die Frau ihren Namen ausgesprochen, wurden die blonden Assistentinnen, wie Furien, und fragten kreischend:„Umdrehen? Was???“

Es wurde schwarz um mich herum und ich sah tausende Bilder von weiteren Opfern in meinem Kopf. Ich war schockiert und hatte das Prinzip verstanden.
25.5.07 21:02


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